Auch diese Ausgabe stellt eine Auswahl hauptsächlich praktischer Aspekte der Gefäßmedizin zusammen. Im Schwerpunktthema wird die klinische Relevanz thrombophiler Risikofaktoren hinsichtlich ihres Einflusses auf das absolute Risiko für die Entstehung einer Erst- oder Zweitthrombose behandelt. In den Grundlagen wird mit der Pneumatischen Segmentalen Oszillographie eine der ältesten und heute immer noch praktizierten Methode der Gefäßdiagnostik erläutert. Zuletzt wird im Beitrag zur Pharmakologie der Einsatz von PDE-5-Inhibitoren, speziell Sildenafil, zur medikamentösen Behandlung des Raynaud-Syndroms diskutiert.

Die 2. Sommerakademie bietet im Seebad Binz auf Rügen einen interaktiven Erfahrungsaustausch auf höchstem Niveau zu ausgewählten angiologischen und phlebologischen Themen. Neben "State of the art"-Lectures und Workshops in kleinen Gruppen steht die gemeinsame Diskussion im Vordergrund. Frischen Sie Ihr Wissen auf, lernen Sie Neues kennen und profitieren Sie von den Hands-on Workshops.

Klinische Relevanz der Thrombophilie-Diagnostik

Venöse Thrombosen tragen bei einer jährlichen Inzidenz von 1 pro 1.000 Einwohner wesentlich zur Morbidität und Letalität in unserer Bevölkerung bei. Zur Reduktion bzw. Prävention thromboembolischer Ereignisse sind Strategien zur Risikominimierung für Erst- und Rezidivthrombosen auf der Grundlage einer individuellen Risikostratifizierung in Abhängigkeit von expositionellen und hereditären Thromboserisikofaktoren notwendig.

Unter > www.abw-cme.de können Sie die CME-Fragebögen zur gefaessmedizin.net online bearbeiten. Bitte registrieren Sie sich bei der ersten Teilnahme und legen Sie Ihr persönliches Benutzerkonto an. Bei Angabe Ihrer "Einheitlichen Fortbildungsnummer" (EFN) werden die CME-Punkte mit Ihrer Zustimmung automatisch an die Bundesärztekammer übertragen.

Pneumatische segmentale Oszillographie

Pathologische Gefäßprozesse gehen mit Veränderungen der Pulswelle einher, die mit den Fingern nur an den typischen Pulspalpationsstellen zu beurteilen sind. Mit Hilfe der Oszillometrie kann die Pulswelle an jedem Extremitätenabschnitt untersucht werden. Dabei werden die pulsatorischen Volumenschwankungen über eine zirkulär angelegte Manschette bei verschiedenen Druckstufen auf ein empfindliches Manometer übertragen und der Zeigerausschlag an einer Skala beobachtet. Verschiedene Geräte zur Messung der pulsatorischen Schwankungen (Oszillationen) wurden entwickelt.

Hypo-/Dysfibrinogenämie

Ein 48-jähriger Patient stellte sich zum Ausschluss bzw. Nachweis eines thrombophilen Risikofaktors in unserer hämostaseologischen Sprechstunde vor. Anamnestisch war im Februar 1995 eine idiopathische, mehrzeitige Thrombosierung der Vv. iliacae, lumbales, der distalen V. cava inferior bis kaudal der Nierenvenen, der Vv. femorales und popliteae beidseits aufgetreten. Eine Lysetherapie mit 7 × 600.000 IE Urokinase über 6 Tage wurde ohne Blutungskomplikation durchgeführt, allerdings auch ohne therapeutischen Erfolg.

Religion und Spiritualität - Verbindungen zur körperlichen Gesundheit

Religion und/oder Spiritualität könnte eine schützende Wirkung auf die körperliche Gesundheit aufweisen, die der Krankheitsentwicklung bei gesunden Personen vorbeugt und/oder die als Bewältigungsmittel die Krankheitswirkung bei Patienten puffert. Obwohl kaum Uneinigkeit darüber besteht, dass Religion oder Spiritualität ihren Anhängern psychologisch Mut und Trost spenden können, ist die These, dass sie das Todes- und Krankheitsrisiko reduzieren können, recht umstritten.

Optimale Punktionslokalisation bei Femoralarterienzugängen

Die Seldinger-Technik ist die häufigste Methode zur Punktion von Blutgefäßen zum Zweck der Katheterisierung. Sie wurde 1953 von dem schwedischen Radiologen Sven-Ivar Seldinger (* 19. April 1921, † 21. Februar 1998) entwickelt, um Angiographie-Katheter in Blutgefäße einzubringen. Das Gefäß wird an der entsprechenden Stelle (z. B. am Hals oder am Arm) mit einer Punktionskanüle punktiert.

Nierenarterienstenose

Die arteriosklerotische Nierenarterienstenose (NAS), die häufigste Form der NAS, ist eine zur Progression neigende Erkrankung mit überwiegend ostialer Lokalisation, während die selteneren Formen der NAS bei fibromuskulärer Dysplasie, Arteriitis und externer Kompression in der Regel im distalen Nierenarterienhauptstamm bzw. in den Segmentarterien lokalisiert sind. Die genaue Prävalenz der NAS ist nach wie vor ungeklärt.

Indikation für Sildenafil beim Raynaud-Phänomen

Das Raynaud-Phänomen wurde nach dem französischen Arzt Maurice Raynaud (1834-1881) benannt. Er beschrieb 1862 das Phänomen der lokalen symmetrischen Ischämie im Bereich der Extremitäten. In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Synonymen, deren Gebrauch zur Verwirrung Anlass geben kann. Daher sollte heute allgemein nur zwischen dem primären und dem sekundären Raynaud-Phänomen unterschieden werden. Eine kausale Therapie des primären Raynaud-Phänomens ist nicht bekannt. Die Therapie des sekundären Raynaud-Phänomens besteht vor allem in der Therapie der Grunderkrankung.

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